Ab in die Ferien! Reist auch Ihr Versicherungsschutz mit?

Badehose eingepackt und auch an den Sonnenschutz gedacht: alles dabei für perfekte Tage am Meer! Aber was passiert, wenn im Ausland etwas passiert?

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Hitzschlag, Darmkolik, Seeigel... unverhofft kommt oft! Aber wer denkt schon an so etwas? Lesen Sie hier, was Sie punkto Kranken- und Unfallversicherung auf Auslandreisen wissen müssen, damit Sie notfalls gute Miene zum bösen Spiel machen können.

Mit diesen Nummern gehen Sie auf Nummer sicher

Nehmen Sie unbedingt Ihre Krankenversicherungskarte mit. Damit haben Sie überall Ihre Versicherungspolice in der Tasche. Ausserdem steht darauf die Hotline-Nummer Ihrer Krankenkasse, bei der sie sich rund um die Uhr erkundigen können, wie Sie bei einer Behandlung im Ausland am besten vorgehen und welche Leistungen in Ihrem Fall übernommen werden. Bewahren Sie diese wichtige Nummer auch separat von der Karte auf und merken Sie sich zudem die Notfallnummer Ihres Ferienlandes, damit Sie im Falle eines Falles sofort eine Ambulanz rufen können.

Ihre Krankenversicherungskarte gilt auch als europäischer Versicherungsausweis (blaue Rückseite). In allen EU- und EFTA-Staaten können Sie damit Ihren Anspruch auf Versicherungsleistungen geltend machen. In diesen Ländern werden Sie gleich wie eine dort versicherte Person behandelt. Entweder übernimmt ein dortiger Versicherer vorübergehend die Kosten und belastet diese direkt Ihrer Schweizer Krankenkasse, oder sie müssen bestimmte Kosten vorläufig selbst bezahlen und können Sie nach der Heimkehr von Ihrer Kasse zurückverlangen. Bewahren Sie deshalb alle Rechnungsbelege sorgfältig auf. Die Regelungen sind von Land zu Land verschieden. Auf der Website der Gemeinsamen Einrichtung KVG finden Sie für jedes Land ein Merkblatt, das detailliert darüber Auskunft gibt.

Wer zahlt was?

Mit der obligatorischen Grundversicherung sind Sie auch in den EU/EFTA-Ländern für die ambulante und stationäre Behandlung von medizinischen Notfällen in der allgemeinen Abteilung gedeckt. Wenn Sie mehr als acht Stunden pro Woche arbeiten, sind Sie auch durch die Unfallversicherung Ihres Arbeitgebers geschützt.

Bei Spitalaufenthalten geht die Rechnung an die Stiftung Gemeinsame Einrichtung KVG, die daraufhin mit Ihrer Krankenkasse abrechnet. Das ausländische Spital verlangt allerdings den Selbstbehalt direkt von Ihnen, in bar oder per Kreditkarte. Je nach Land kann Ihre Kostenbeteiligung höher oder tiefer sein als in der Schweiz. Rufen Sie vor der Behandlung die Hotline Ihrer Versicherung an und erkundigen Sie sich.

In Ländern ausserhalb der EU/EFTA zahlt die obligatorische Grundversicherung höchstens das Doppelte der Kosten, die in der Schweiz für die gleiche Behandlung anfallen. Das scheint auf den ersten Blick viel, kann aber auch viel zu wenig sein. Mancherorts gelten Schweizer von vornherein als wohlhabend und die geforderten Kosten sind nicht immer transparent. Zudem sind die Gesundheitssysteme sehr unterschiedlich und in bestimmten Ländern, zum Beispiel den USA, Kanada, Japan oder Australien, sind die Behandlungskosten extrem hoch. Bei Reisen in solche Länder kann es deshalb lohnend sein, eine private Zusatzversicherung oder eine separate Ferien- und Reiseversicherung abzuschliessen.

Wie steht es mit den Krankentransportkosten?

Ein Rücktransport in die Schweiz wird von der Unfallversicherung nur in medizinisch unumgänglichen Ausnahmefällen ganz oder teilweise übernommen und die obligatorische Grundversicherung kommt überhaupt nicht dafür auf. Eine Heimschaffung kann aber leicht mehrere 10'000 Franken kosten. Wenn Sie nicht Rega-Gönner sind, ist deshalb auch dafür eine geeignete Zusatzversicherung empfehlenswert, die ausserdem Notfalltransporte, Such- und Rettungsaktionen abdeckt.

Kann ich meine Medikamente mitnehmen?

Wenn Sie regelmässig ein ganz bestimmtes Medikament benötigen, sollten Sie einen ausreichenden Vorrat davon mitnehmen, weil das gleiche Präparat im Ausland vielleicht nicht zu finden ist. Was aber, wenn Sie nicht wissen, ob in Ihrem Ferienland spezielle Einfuhrbestimmungen dafür gelten?

Konsultieren Sie im Zweifelsfall die Rubrik Reisehinweise auf der Website des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), die auch wertvolle Hinweise über Ihr Reiseziel und die dortige medizinische Versorgung vermittelt. Bei der Helpline des EDA können Sie zudem kostenlos eine App herunterladen, um sich bei Auslandreisen online zu registrieren, damit Sie in allfälligen Krisensituationen lokalisiert und kontaktiert werden können.

Viele nützliche Tipps für kranke Reisende finden Sie ausserdem auf der Website des Schweizerischen Heilmittelinstituts swissmedic.