Missglückte Tattoos: wer bezahlt die unheile Haut?

Von gesundheitlichen bis zu psychologischen Schäden: ein missglücktes Tattoo ist manchmal echt zum aus der Haut fahren! Lesen Sie hier, wer die Folgen bezahlt und wie die Risiken beschränkt werden können.

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Peinlich, peinlich! Wer Schmetterlinge im Gesicht, den Namen eines Jugendschwarms auf dem Unterarm oder nach einer feuchtfröhlichen Nacht ein Pony unten am Rücken trägt, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Die Beispiele schwer erträglicher Tattoos sind Legion. Neben solchen ebenso tragischen wie weit verbreiteten Folgen ist jedes vorher noch so gut überlegte Tattoo auch mit Risiken für die physische und psychische Gesundheit verbunden. Das Tätowieren führt zu einer Verwundung der Haut, die sich entzünden und in schweren Fällen eine Infektionskrankheit übertragen kann. Die in der Tinte enthaltenen Pigmente, Konservierungsmittel und andere chemische Stoffe können auch Allergien erzeugen.

Und die Piercings?

Auch Körperschmuck und Piercings sind mit Infektions- und Allergierisiken verbunden. Besonders empfindlich sind Zungenpiercings, weil der ständige Kontakt mit den Zähnen oft den Zahnschmelz beschädigt. Auch wenn sich ein Piercing in den meisten Fällen wieder entfernen lässt, können wir Ihnen nur empfehlen, die nachstehenden Ratschläge zu beherzigen und sich die Sache gut zu überlegen.

Was Ihr Versicherer für Sie tun kann

Wenn Ihre physische Gesundheit durch ein Tattoo geschädigt ist, haben Sie Anrecht auf Vergütung der Behandlungskosten durch die Grundversicherung. Das gleiche gilt für die psychologischen Folgen eines besonders schwer zu tragenden Körperschmucks. Beachten Sie aber, dass das Entfernen eines Tattoos von der Versicherung keinesfalls übernommen wird. Es ist zudem relativ kostspielig... und sehr schmerzhaft. Dies sollte Sie vollends davon überzeugen, Ihre Entscheidung reiflich zu überdenken, bevor Sie sich lebenslang brandmarken lassen. Oder, wie die Briten sagen, think before you ink !

Ein paar Tipps, um Ihre Haut nicht zu riskieren:

  • Konsultieren Sie einen Dermatologen, um die Allergierisiken abzuklären.
  • Wählen Sie einen seriösen Tätowierer und einen Salon mit gutem Ruf.
  • Informieren Sie sich über die verwendeten Farben und die Nachbehandlung.
  • Vorsicht im Ausland: die sanitären Normen können sehr unterschiedlich und häufig schlechter sein.
  • Auch temporäre Hautfarben, beispielsweise Henna, sind mit Infektionsrisiken verbunden und können starke Allergene enthalten. Vorsicht ist geboten.
  • Weitere Informationen finden Sie auf der Website des BLV.