Prämien sparen: ein Vergleich kann sich lohnen

Sie flattert in der Regel Ende Oktober ins Haus, die Information Ihres Krankenversicherers über die Höhe der Prämienrechnung für das kommende Jahr. Gut möglich, dass Sie sich dann die Frage stellen, ob sich mit einem Wechsel Ihres Krankenversicherers allenfalls Kosten einsparen liessen. Hier sagen wir Ihnen, was Sie bei diesen Überlegungen beachten müssen.

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Um es gleich vorwegzunehmen: Es ist durchaus möglich, dass Sie mit einem Kassenwechsel Geld sparen können. Ein paar Klicks auf einem der vielen Prämienvergleichsportale genügen, um ein allfälliges Einsparpotenzial in Franken und Rappen zu beziffern. Aber Vorsicht: Bevor Sie sich zu einem Wechsel entschliessen, sollten Sie sich im Klaren darüber sein, was Sie von Ihrem Krankenversicherer an Service und Dienstleistungen erwarten. Und, fast noch wichtiger, ob Ihr Portemonnaie die mit einer tiefen Prämie in der Regel einhergehenden Selbstkosten im Ernstfall auch tatsächlich verkraftet.

Versicherungspolice und Prämie: Diese Fragen müssen Sie sich stellen

1. Welche Franchise darf’s denn sein?

Die Franchise ist der Betrag, den Sie als versicherte Person selber bezahlen müssen, bevor die Krankenversicherung einspringt. Die ordentliche Franchise beträgt 300 Franken pro Jahr für Erwachsene, Kinder sind von der Franchise befreit. Entscheiden Sie sich für eine höhere Wahlfranchise – möglich sind pro Jahr maximal 2500 Franken – profitieren Sie von einem substanziellen Prämienrabatt. Konkret: Je höher die Franchise, desto tiefer Ihre Prämienkosten. Was auf den ersten Blick verlockend klingt, hat auch Konsequenzen. Entscheiden Sie sich für eine hohe Franchise – mit der daraus folgenden Prämienreduktion – müssen Sie in der Lage sein, im Krankheitsfall pro Jahr 2500 Franken an Leistungs- und Therapiekosten selber aufzubringen. Lässt Ihr Budget dies zu?

Hier finden Sie nützliche Tipps, um die optimale Franchise zu wählen.

2. Kommt für mich ein alternatives Versicherungsmodell in Frage?

Wenn Sie eine Reise buchen, haben Sie die Wahl: Flug in der Business Class oder doch lieber im Sitz mit weniger Beinfreiheit? Vollpension oder Halbpension? Annullierungskostenversicherung? Luxus-Lösung oder doch lieber die kostengünstigere Variante?

Ganz ähnlich sind die Überlegungen, die Sie sich bei der Wahl eines Versicherungsmodells machen müssen: Möchten Sie jederzeit Zugang zum Arzt Ihrer Wahl haben? Oder akzeptieren Sie eine eingeschränkte Arztwahl – beispielsweise ein Hausarzt- oder Telemedizinmodell – und profitieren im Gegenzug von tieferen Prämien?

Informieren Sie sich hier über alternative Versicherungsmodelle und treffen Sie Ihre Wahl!

3. Wo bin ich gegen Unfall versichert?

Wenn Sie Arbeitnehmer/in sind – mit mindestens 8 Arbeitsstunden pro Woche – sind Sie durch Ihren Arbeitgeber automatisch gegen Unfall versichert. Achten Sie also darauf, dass Ihre Krankenversicherung das Unfallrisiko nicht auch noch einschliesst. Doppelt gemoppelt ist in diesem Fall nicht besser. Und Sie können einige Prämienfranken sparen.

In welchen Fällen ist eine Unfallversicherungsdeckung durch Ihre Krankenversicherung überflüssig? Antworten hier!

4. Welcher Krankenversicherer ist für mich die beste Wahl?

Die rund fünfzig in der Schweiz tätigen Krankenversicherer stehen zueinander im Wettbewerb; sie sind Konkurrenten. Zwar vergüten sie in der Grundversicherung alle die gleichen medizinischen Leistungen, dennoch sind von Versicherer zu Versicherer Unterschiede festzustellen. Dafür gibt es verschiedene Gründe: beispielsweise ob ein Versicherer seine Dienstleistungen ausschliesslich über das Internet anbietet oder für die persönliche Beratung ein schweizweites Filialnetz unterhält. Oder, welche konkreten Einschränkungen bei der Wahl eines alternativen Versicherungsmodells gelten. Oder, ob eine Kasse die Kosten für Medikamente aus der Apotheke ausschliesslich im « Tiers garant » ((verlinken)) vergütet.

Auf welche Kriterien Sie bei einem allfälligen Wechsel Ihres Krankenversicherers achten müssen, lesen Sie hier.

5. Habe ich Anrecht auf eine Prämienverbilligung?

In der Schweiz haben Versicherte mit niedrigem Einkommen das Recht auf eine individuelle Prämienverbilligung. Das bedeutet: ein Teil Ihrer Prämie wird vom Wohnkanton übernommen. Wie viel das ist, hängt ab vom Haushaltseinkommen sowie der Zusammensetzung des Haushalts. Übrigens: Prämienverbilligungen durch den Kanton sind keine Almosen, sondern vom Gesetzgeber vorgesehene Entlastungen für Menschen und Haushalte mit beschränkten finanziellen Mitteln.

Informationen zur Prämienverbilligung finden Sie hier.

Erst informieren, dann wechseln!

Zurück zum Beispiel der Ferienreise: Sie bestimmen, welche Kriterien und Annehmlichkeiten Ihnen wichtig sind und was Sie Ihrem Portemonnaie jedes Jahr zumuten können, ehe Sie eine Buchung vornehmen. Halten Sie es mit Ihrer Krankenversicherung genau gleich. Informieren Sie sich, bevor Sie sich Hals über Kopf für einen Wechsel Ihres bisherigen Krankenversicherers entscheiden. Vergleichen Sie nicht nur die Preise, sondern auch das Serviceangebot des Wunsch-Versicherers. Und vergessen Sie nicht, in den vorliegenden Offerte auch noch das Kleingedruckte zu lesen. Wenn Sie diesen Rat befolgen, lassen sich Kosten sparen und Sie können sicher sein, im Krankheitsfall oder bei einem Unfall keine bösen Überraschungen zu erleben.

Informationen, Termine und Formulare zum Thema gibt’s hier.