Wer hat Anrecht auf eine Prämienreduktion?

Mehr als ein Viertel der Schweizer profitieren von Prämienverbilligungen bei der Krankenversicherung. Die Bedingungen dafür sind von Kanton zu Kanton sehr verschieden. Und Sie, sind Sie auch dazu berechtigt?

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Jeder Versicherte mit bescheidenem Einkommen hat Anrecht auf einen Beitrag, auch individuelle Prämienverbilligung (IPV) genannt. Seine Höhe hängt vom Budget des Versicherten ab: sie kann von einigen Dutzend Franken monatlich bis zu einer vollständigen Übernahme reichen. Die Grenze, um davon profitieren zu können, wird von den Kantonen festgelegt und kann sich je nach Region ändern.

Wie erhalte ich einen Beitrag?

Das Vorgehen, um einen Beitrag zu erhalten, ist je nach Ihrem Wohnkanton unterschiedlich. In den meisten Fällen werden die Beiträge gemäss dem Nettoeinkommen in Ihrem letzten Steuerbescheid automatisch zugesprochen. Sie brauchen deshalb meist nichts zu unternehmen, um davon profitieren zu können, es sei denn, Sie sind erst nach dem 1. Januar im Kanton angekommen oder werden an der Quelle besteuert. In anderen Fällen, zum Beispiel wenn Sie im Kanton Waadt wohnhaft sind, müssen Sie selbst einen Antrag bei der zuständigen Behörde stellen.

Was die Beiträge betrifft, gibt es ebenso viele Regelungen wie Kantone. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen, die vom Bund herausgegebene Liste der zuständigen Stellen zu konsultieren. Sie finden darauf alle nützlichen Informationen betreffend Ihren Kanton, vom Mindestbetrag bis zum erforderlichen Vorgehen.

Zusätzliche Fragen

Neben den Beiträgen gibt es weitere Massnahmen zur Entlastung der bescheidensten Haushalte, um sie bei der Bezahlung ihrer Gesundheits- und Krankenversicherungskosten zu unterstützen. So verpflichtet eine kürzliche Änderung des KVG die Kantone zu einer Prämienreduzierung für Kinder von mindestens 80 % bei niedrigen und mittleren Einkommen und von mindestens 50 % für junge Erwachsene in Ausbildung. Auch hier kann sich die gegenwärtige Situation gemäss der gesetzlichen Übergangsfrist von Kanton zu Kanton unterscheiden, sie wird jedoch ab 1. Januar 2021 überall einheitlich angewendet.