Tipp Nr. 7

Eine Zusatzversicherung ist nützlich - unter der Bedingung, sich vorher gründlich zu informieren.

In der Schweiz bietet die Grundversicherung eine qualitativ hochstehende Deckung der medizinischen Kosten. Bestimmte Leistungen – wie Zahnbehandlung, Spitalaufenthalt in der Privatabteilung, Alternativmedizin oder Psychotherapie – werden jedoch von der obligatorischen Grundversicherung nicht übernommen. Je nach individuellen Bedürfnissen, Gesundheitszustand und voraussichtlichen Kosten kann es deshalb nützlich sein, eine Zusatzversicherung abzuschliessen. Informieren Sie sich jedoch eingehend über die Konditionen.

Wie funktioniert die Zusatzversicherung?

Zusatzversicherungen bieten eine ganze Reihe von Leistungen, die in der Grundversicherung nicht inbegriffen sind. Diese sind von einer Krankenkasse zur andern verschieden (bezüglich der übernommenen Pflegeleistungen, der Konditionen, Tarife, usw.).

Im Allgemeinen ist es erforderlich, einen Gesundheitsfragebogen auszufüllen, um eine Zusatzversicherung abzuschliessen. Im Gegensatz zur Grundversicherung ist die Krankenkasse frei, die Aufnahme eines Versicherten zu akzeptieren (oder nicht).

Die angebotenen Leistungen unterteilen sich in zwei grosse Kategorien: ambulatorische Krankenpflegezusatz-Versicherungen (für Fitness- oder Schwimmbad-Abos, Baby-Schwimmkurse, Brillen und Kontaktlinsen, Zahnpflege, Rettungs- und Transportkosten, Massagetherapie, usw.) und Spitalzusatz-Versicherungen (Unterbringung in der Abteilung Privat, Halbprivat oder “Allgemeine Abteilung ganze Schweiz”). Sie entscheiden, welche Zusatzversicherung für Sie am nützlichsten ist.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um eine Zusatzversicherung abzuschliessen?

Der Gesundheitsfragebogen dient als Grundlage für die Annahme oder Ablehnung des Beitritts. Bei Annahme wird der Prämienbetrag durch die Krankenkasse in der Regel aufgrund der medizinischen Vorgeschichte, des Alters und des Geschlechts angepasst. Wenn die Risiken als zu hoch eingeschätzt werden (oder zum Beispiel bei einer Schwangerschaft) hat die Krankenkasse das Recht, den Antrag abzulehnen, sei es vorübergehend oder definitiv. Bei chronischen Krankheiten kann die neue Krankenkasse den Beitritt akzeptieren, davon aber bestimmte Leistungen im Zusammenhang mit der betreffenden Krankheit ausschliessen.

Es ist deshalb wichtig, mit dem Antrag nicht so lange zu warten, bis Sie eine Zusatzversicherung nötig haben. Je früher der Antrag erfolgt, umso höher sind die Chancen, akzeptiert zu werden. In den meisten Fällen ist damit auch ein finanzieller Vorteil verbunden: je jünger der Versicherte im Zeitpunkt des Beitritts ist, umso günstiger ist die Prämie.

Gut zu wissen

Welche Kündigungsfristen gelten bei Zusatzversicherungen?

Die Daten und Kündigungstermine sind von einer Krankenkasse zur andern verschieden. In der Regel können Zusatzversicherungen auf Ende eines Kalenderjahrs bei einer Frist von drei Monaten gekündigt werden (das Kündigungsschreiben muss deshalb spätestens bis Ende September abgeschickt werden). In bestimmten Fällen gelten aber auch längere Kündigungsfristen.

Vorsicht! Bei den meisten Versicherern gibt es eine Vertragsmindestdauer (gewöhnlich zwischen 1 und 5 Jahren), während der keine Kündigung möglich ist.

Können für die Grundversicherung und die Zusatzversicherungen verschiedene Krankenkassen gewählt werden?

Die Grundversicherung und die Zusatzversicherungen müssen nicht zwingend bei der gleichen Krankenkasse abgeschlossen werden. Die Versicherer sind nicht befugt, Ihre Zusatzversicherung zu kündigen, wenn Sie für Ihre Grundversicherung zu einer anderen Gesellschaft wechseln wollen. Das einzige allfällige Risiko ist der Verlust gewisser Rabatte, die von Ihrem Versicherer gewährt wurden.